Entstehung von Geld

 

“Der Vorgang mit dem Banken Geld erzeugen ist so simpel, dass der Geist ihn kaum erfassen kann.”
- John Kenneth Galbraith (1908-2006), US-amerikanischer Ökonom

 

Ben Bernanke, die oberste Marionette der amerikanischen “Zentralbank” Federal Reserve System hat uns im Sommer 2010 sehr anschaulich verdeutlicht, wie man 600 Milliarden Dollar Währung aus dem Nichts heraus erschaffen kann. Da “Geld drucken ohne eine irgendwie geartete Deckung dafür bereitzustellen” kein vertrauenserweckender bzw. vertrauenserhaltener Name für eine solche Aktion ist, hat er es Quantitative Easing genannt, also, frei übersetzt: mengenmäßige Entspannung. Da ein vorausgegangener 1. Versuch einer “geldmengenmäßigen Entspannung“ keinen Erfolg gezeigt hat, wurde nach Meinung der Fed dieser gigantische Rettungsanker für die am Boden liegende US Wirtschaft nötig. Vermutlich werden QE 3 + 4 mit noch größeren Summen folgen, obwohl solche Überlegungen natürlich heftig dementiert werden. Inzwischen wurde “Operation Twist” und im September 2012  QE 3 eingeführt, dieses Mal ist die Summe, die das unnatürliche Wachstumssystem weiterhin künstlich am Leben halten soll unbegrenzt, es wird so lange ungedeckte Währung in den Markt gedrückt (jeden Monat 80 Milliarden Dollar!) bis sich ein Erfolg zeigt. So wird eine 4. geldmengenmäßige “Entspannung” zumindest unter diesem Namen nicht nötig werden.

 

Man nennt einen solchen Vorgang der Ausweitung der Geldmenge übrigens Inflation, auch wenn Konsumenten und Endkunden diese Tatsache erst Wochen oder Monate zeitverzögert wahrnehmen können.

 

Die offizielle Inflationsrate, die eigentlich Teuerungsrate heißen müsste, ( da die eigentliche Inflation ja bereits mit dem in Umlauf bringen neuer Währung geschehen ist ) wird zwar mithilfe aufwendig ermittelter Daten erstellt,  die Berechnung selbst aber scheint bewusst auf eine künstlich niedrig gehaltene Rate angelegt zu sein. Als Stichworte seien hier

  • der Surrogatansatz
  • hedonische Preisberücksichtigung
  • geometrische Gewichtung
  • Interventionbereinigung

genannt ( www.ag-edelmetalle.de/2010/inflationsberechnung/). Wenn jedermann sehen könnte, dass er bei einer Verzinsung seiner Geldanlage von beispielsweise 3 % pro Jahr sogar noch Geld (Kaufkraft) verliert, dann würde kaum noch jemand zögern seine Einkünfte zeitnah in echte Werte ( Sachwerte ) umzuwandeln.

Die offizielle Inflationsrate ist geschönt:

 

Interessant ist auch, dass die Fed im Jahr 2006 aufgehört hat die sich im Umlauf befindliche Geldmenge ( M3 ) zu veröffentlichen, obwohl es deren ureigene Aufgabe ist, diese zu kontrollieren und zu steuern.

Neben dieser wunderbaren Bernanke-Art der Geldvermehrung gibt es noch weitere Wege wie Währung geschaffen wird. Zum einen gibt es das von den Zentralbanken geschaffene Zentralbankgeld, welches in Europa  ca. 2% der Geldschöpfung ausmacht und an Geschäftsbanken gegen Zinsen verliehen wird. Mit 98% Anteil wesentlich umfangreicher ist das sogenannte Buch- oder Giralgeld, das beispielsweise durch Fractional Reserve Banking geschaffen wird. Hierbei können Banken ein Vielfaches ihrer Rücklagen verleihen, z.B. an andere Banken, die vom geliehenen Geld wiederum ein Vielfaches verleihen usw…

Eine andere Art der Buchgeldvermehrung unserer ungedeckten Währung ist, man glaubt es kaum, das simple Benutzen einer Kreditkarte. In dem Moment, wo man zum Stift greift, hat man tatsächlich die entsprechende Summe neue Währung geschaffen, mit der Verkäufer der Ware bzw. Dienstleister nun unabhängig arbeiten können, während dem Kreditnehmer die Summe als Schuld zugesprochen wird, die verdient und beglichen werden muß.

Alle diese Prozesse haben eines gemeinsam: bei der Entstehung von Geld wird gleichzeitig und unausweichlich eine Schuld in derselben Höhe geschaffen.

Man kann also von einem Schuldgeldsystem sprechen, ein Geldschein ist ein Schuldschein. Nicht umsonst ist auf dem Dollar vermerkt: “ Dies ist ein gesetzliches Zahlungsmittel zur Begleichung von Schulden, öffentlich oder privat. “

Von Geld ist hier nicht die Rede. Der Euro kommt übrigens ganz ohne einen legitimierenden Text aus, aber immerhin trägt er deutlich das Copyright- Zeichen. Ertappte Eurofälscher können also hoffen, daß sie nicht wegen Geldfälschung belangt werden, dafür aber mit einer Strafe wegen Verstoßes gegen das Copyright-Gesetz davonkommen. ( Wirklich passiert vor dem OLG Leipzig )

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